Der Puerto Rico Graben

Der Puerto Rico Graben
Erdbebenzone zwischen der nordamerikan. und der carib. Platte
Posts mit dem Label Dominikanische Republik werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Dominikanische Republik werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 10. März 2011

Notfallplan als Erdbeben-Vorsorge

Die Regierung der Dominikanischen Republik hat für den 24. März die Vorlage eines Nationalen Notfallplanes für ein zu erwartendes starkes Erdbeben angekündigt. 

Quelle:
http://latina-press.com/news/78074-dominikanische-republik-kuendigt-nationalen-notfallplan-fuer-erdbeben-an/


Hans Joachim meint dazu:
Ein Nationaler Notfallplan ist hier in der Dom.Rep. sicher wichtig und richtig. Wenn das Erdbeben eintritt, ist jedoch nur und ausschliesslich der eigene Notfallplan von Bedeutung.

Nach der Erfahrung von 1946 haben wir hier etwa 15 Minuten Zeit für die Flucht, bevor der Szunami Las Terrenas überschwemmt

- Ist das eigene Haus oder Wohnung sicher oder brauche ich einen Fluchtweg?
- Wohne ich in einem Szunami-Gebiet?
- Wie sieht der Fluchtweg für meine Familie und für mich aus?
- Mein Notfallplan für die eigene Familie und für mich

Natürlich darf jeder für sich entscheiden: das interessiert mich nicht.
Verantwortungslosigkeit war schon immer das Vorrecht von Vogel Strauss

Dienstag, 8. März 2011

Wissenschaftler sagen schweres Erdbeben fuer Dominikanische Republik voraus



RichterskalaSanto Domingo. - Wie AP (Asociated Press) in New York meldet, gibt es ein grosses Erdbebenrisiko fuer die Dominikanischen Republik.
Das Erdbeben, welches das Land treffen koennte, kann durchaus die gleichen schwerwiegenden Folgen haben, wie das vom 12. Januar 2010 in Haiti. Eine Gruppe von entsprechenden Fachleuten hat darüber Regierungspräsident Dr. Leonel Fernandez Reyna informiert und schon im kommenden Monat will man sich treffen. Wie die Erdbebenforscher der Universitaet von Columbia der AP mitteilten, könne das Beben eine Stärke von 8 auf der nach oben offenen Richterskala erreichen. mehr .

Montag, 27. September 2010

Vorkehrungen für das zu erwartende Erdbeben in Samana

10 Punkte-Programm für den 'Notfall'

Es hat den Anschein, dass ein neues grosses Erdbeben im Norden der Dom.Rep. und daher auch im Bereich der Samana-Halbinsel jederzeit erwartet werden muss, mithin auch ein Tsunami. Welche Vorkehrungen können wir treffen, um die Risiken für Leib und Leben massgeblich zu verringern?


.1 Jederzeit damit rechnen, dass es noch heute eintreffen könnte
.2 sich auf diesen 'Notfall' einrichten
.3 alle wichtigen Papiere und Wertsachen sicher verwahren
.4 abhängige Personen wie Kinder und Kranke stets in sicherer Obhut belassen
.5 die eigene Familie auf einen solchen 'Notfall' vorbereiten
.6 ein 'Notfall'-Package mit notwendigen Sachen für eine Flucht bereitlegen
.7 einen Fluchtweg, möglichst ausserhalb der Hauptwege, erkunden
.8 mit der ganzen Familie einen 'Notfall'-Test einschl. Fluchtweg durchführen
.9 die Punkte 1 - 8 allmonatlich wieder neu bedenken und testen
.10 dieses Programm weitergeben: http://www.earthquakesamana.blogspot.com/

. . . aktuelle Erdbebenrisiken

Das letzte grosse Erdbeben vom August 1946, bei dem auch viele Tote zu beklagen waren, ereignete sich in der Nordregion der Dom.Rep 3 Monate nach einem Erdbeben in Haiti im Enriquillo-Graben. Das Epizentrum lag etwa 65 km im Meer im Puerto Rico Grabenbruch.

Das Erdbeben vom Januar 2010 fand im Enriquillo-Graben statt. Nach den Mitteilungen der Erdbeben-Experten ist als nächstes wiederum eine Entlastung in der Septentrional-Verwerfung im Norden der Dom.Rep zu erwarten. Die Experten vermuten hier alle ca. 50-60 Jahre ein grösseres Erdbeben, weil die jährlichen Verschiebungen von max. ca. 2cm/Jahr über den Druckaufbau in der Erdkruste eine gewisse Regelmässigkeit in der Entlastung mit sich bringen. Dies bedeutet, dass das nächste Erdbeben eher in nächster Zeit stattfinden wird.

Liegt das Epizentrum eines solchen zu erwartenden Erdbebens, wie im 1946, ausserhalb im Meer, dann muss auch mit einem Tsunami gerechnet werden. Wann dieses zu erwartende Erdbeben eintrifft, darüber ist nichts bekannt, lediglich, dass es heute überfällig ist. Die Zeitdifferenz zwischen dem Erdbeben von 1946 und dem nachfolgenden Tsunami betrug etwa 18 Minuten.


Konkrete Zerstörungsrisiken
In Las Terrenas zum Beispiel sind grössere Zerstörungen an allen Bauten zu erwarten, bei denen insbesondere mangelhafte Dachverbindungen zum Baukörper vorliegen (Blechdächer), sowie Wände, Betondecken und Obergeschosse nicht aussteifungssicher mit der Fundation verbunden sind. Letzteres ist nach den Erfahrungen von Haiti bei allen aufgelösten Hallen- und Etagenkonstruktionen der Fall. Alle mehrgeschossigen Bauten sollten von oben nach unten in der Gesamtsteifigkeit zunehmen, keinesfalls massgeblich abnehmem.

Der Tsunami von 1946 hatte etwa 2.5 - 3m hohe Wellen und verlief sich erst etwa 2 km landeinwärts. In Las Terrenas können die ersten Anhebungen der Loma als Tsunami-sicher gelten.

Sonntag, 26. September 2010

Gefährliche Bruchzone

'Spiegel' vom 18. Januar 2010

Von Schmundt, Hilmar

Warum die Geologen mit einem starken Erdbeben rechneten - und trotzdem hilflos waren


Experten hatten frühzeitig gewarnt. "Alle Bedingungen kommen zusammen für ein großes Erdbeben in Port-au-Prince", hatte der emeritierte Geologieprofessor Patrick Charles aus Havanna schon vor 15 Monaten vorausgesagt: "Die Bewohner der Hauptstadt müssen sich vorbereiten auf ein Ereignis, das früher oder später eintreten wird."

Doch genau darin liegt das Problem. Früher oder später kann heißen: morgen, in einem Monat - oder erst in Jahrzehnten. Sicher war nur, dass es in Haiti irgendwann wieder mächtig knallen würde. Nur: wann genau?

"Wie sollen Menschen, die abends nicht wissen, ob sie am nächsten Tag etwas zu essen bekommen, sich auf Ereignisse einstellen, die sich in so langen Zeiträumen abspielen?", fragt Jochen Zschau vom Geoforschungszentrum in Potsdam.

Auch Zschau wusste natürlich um die Gefahr aus dem Untergrund. Die Insel Hispaniola, auf der sich Haiti und die Dominikanische Republik befinden, liegt mitten auf einer tektonischen Störungszone, wo zwei Teile der Erdkruste miteinander verkeilt sind. Die Platten schwimmen auf heißem, flüssigem Gestein.

Die Nordamerikanische Platte driftet nach Westen, die Karibische Platte nach Osten. Dabei verhaken sich immer wieder Krustenteile ineinander, geraten wie ein Katapult unter Spannung - und entladen sich dann mit gewaltigen Erdstößen.

Die Rechnung der Geologen war einfach: Das letzte extrem schwere Beben ereignete sich in Haiti im Jahr 1751. Seitdem verschieben sich die beiden Platten rund acht Millimeter pro Jahr gegeneinander. Zschau: "Rein mathematisch ließ uns das eine plötzliche Verschiebung von zwei Metern erwarten, mit einem Beben ungefähr der Stärke 7."

Exakt so kam es.

"Aber eine akute Warnung an die Bevölkerung war dennoch unmöglich", betont Zschau. "Das ist der Unterschied zwischen Wetterkunde und Geologie; bei einem Erdbeben lässt sich nur die Wahrscheinlichkeit berechnen - nicht aber der Zeitpunkt."

In den siebziger Jahren habe in den Geowissenschaften noch eine große Euphorie geherrscht, berichtet Zschau. "Damals hieß es: In zehn Jahren sagen wir Erdbeben so sicher voraus wie Hurrikane. Aber das ist bis heute ein frommer Wunsch geblieben."

Auf Hispaniola gehören Beben zum Alltag - und zwar seit die Insel existiert. Sie ist überhaupt erst entstanden, weil es dort den Bruch in der Erdkruste gibt: Hispaniola wurde geboren, als ein Unterwasservulkan ausbrach. Der höchste Berg der Karibik liegt in der Dominikanischen Republik: der Pico Duarte mit gut 3000 Meter Höhe. Er wächst noch heute.

"In der Karibik besteht eines der größten Störungssysteme der Erde", erläutert Martin Meschede, Geologe an der Universität Greifswald und Mitautor des Standard-Lehrbuchs über Plattentektonik. Darin nennt er Hispaniola als Paradebeispiel für eine gefährliche Bruchzone.

Auch Meschede macht der Menschheit keine Hoffnung auf eine zuverlässige Vorhersagemethode: "Meiner Ansicht nach werden wir es derzeit nicht annähernd schaffen, Erdbeben konkret vorherzusagen - auch nicht mit den besten und aufwendigsten Methoden."

Gewaltige Beben schütteln die Insel immer wieder durch, nicht nur in Haiti, sondern auch im Nachbarland. Was das jüngste Beben so verheerend machte: Das Epizentrum lag nur etwa 20 Kilometer von Port-au-Prince entfernt. Zudem ereignete es sich in einer Tiefe von nur 10 Kilometern. Mit ungefederter Wucht schlug es aus großer Nähe in die Metropole ein. Die Stadt liegt mitten auf der gefährlichen Enriquillo-Verwerfung.

"Die Stärke des Bebens am vergangenen Dienstag war an sich gar nicht außergewöhnlich", sagt der Geologe Uri ten Brink vom United States Geological Survey. Seine aktuelle Karte zeigt starke historische Erdbeben. Die ganze Region ist übersät mit Punkten und Jahreszahlen: 1992, 1953, 1948, 1946, 1943, 1918. Das heftigste verzeichnet die Karte für das Jahr 1751: Stärke 8.

"Große Erdbeben haben die Region seit 1670 insgesamt 13-mal heimgesucht", erzählt ten Brink, "drei davon wurden von starken Tsunamis begleitet."

Und wenn es ein paar Jahre lang ruhig bleibt, ist das nicht Anlass zur Entwarnung - sondern zur Sorge.

"Vor allem die Septentrional-Verwerfung im Norden der Dominikanischen Republik ist derzeit gefährlich", sagt der US-Geologe, "dort ist nun schon seit über 700 Jahren ein großes Erdbeben überfällig."

So werden die Menschen auf Hispaniola wohl weiter einem karibischen Roulette ausgeliefert bleiben.

Seismiker warnen vor einer Serie von Nachbeben der Stärke 5 oder 6. Wenn es dann kracht in Haiti, in ein paar Tagen oder Wochen oder Monaten, wird es wieder heißen: Es gab doch Warnungen.

Ten Brink nimmt es philosophisch: "Wir Menschen sind nur Ameisen auf einer riesigen Kugel." HILMAR SCHMUNDT

Erdbeben-Risiken in Samana

Nach dem verheerenden Erdbeben in Haiti vom 12. Januar 2010 sagen Erdbeben-Experten vom US Geological Survey in Woods Hole, Massachusetts und vom University College London nach den Erfahrungen aus der Vergangenheit eine gewisse Wahrscheinlichkeit für weitere Erdbeben in der Nordregion der Dom.Rep. voraus. Sie sind der Auffassung, dass sich erst etwa die Hälfte der vorhandenen Energie im Untergrund des Puerto Rico Grabens durch das Erdbeben in Haiti gelöst hat und sich laufend durch die jährliche Verschiebung der caribischen Platte um 2m/Jahr weitere Energie aufbaut. Sie erwarten ein erneutes Erdbeben an der Nordküste der Dom.Rep.
http://www.newscientist.com/article/dn18398-caribbean-at-risk-of-more-large-earthquakes.html